
Die grafische Oberfläche bietet folgende Features:
Der Texteditor verwaltet die Assemblerquelltexte im Rahmen einer MDI- Oberfläche, es können also mehrere Dokumente gleichzeitig geöffnet sein. Auch die vom Assembler erstellten List-Dateien und Fehler-Dateien werden im Rahmen der Oberfläche als Dokumente behandelt und werden ebenso wie die Quelltexte angezeigt. Es werden die standardmäßigen Editier- und Speicherfunktionen für Dateien angeboten.
In der Regel wird ein Programm nicht in einer einzelnen Datei unterzubringen sein, man wird Funktionsblöcke auslagern und deren Funktionen importieren. Da der Assembler keinen linkfähigen Code erzeugt, wird ein größeres Projekt durch Inkludierung von Dateien gebildet. Daher wird ein Projekt durch seine Hauptdatei, welche die notwendigen Inkludierungen vornimmt, eindeutig bestimmt. Die Projektverwaltung unterstützt daher die Festlegung einer Hauptdatei sowie der zugehörigen Inkludeverzeichnisse.
Da die Reihenfolge der Befehle an den DSP nicht beliebig ist, werden Menüeinträge nur dann freigeschaltet, wenn der entsprechende Befehl auch durchführbar ist. Damit werden Fehlbedienungen ausgeschlossen. Die Zustände werden durch eine Menge (im Sinne von Set) Flags verwaltet, die die jeweiligen Menüeinträge freischaltet.
In einem Tool-Menü können bis zu 5 fremde Programme eingebunden werden. Damit wird es möglich, z.B. Programme für den Entwurf von digitalen Filtern o.ä. einzubinden, dadurch kann der Programmierer aus der Oberfläche heraus Parameter und Koeffizienten verifizieren.
Als besondere Funktion wird von der Protokolldefinition die schnelle, priorisierte Übertragung vom DSP zur Oberfläche angeboten. Diese Daten werden von der Oberfläche aufbereitet und können in einer Grafik dargestellt werden. Der DSP kann selbst durch entsprechende Parameter die Art der Darstellung bestimmen, daher ist es möglich, Speicherbereiche, z.B. von Samples, grafisch darzustellen. Aus Sicht des DSPs wird die Oberfläche direkt als Grafikdisplay betrieben, die maximale Geschwindigkeit in Bildern pro Sekunde (theoretisch) kann aus der folgenden Tabelle abgelesen werden.
| Tabelle: Darstellungsgeschwindigkeit der Oszilloskop-Funktion | ||||
|---|---|---|---|---|
| Werteanzahl | 256 reell | 256 komplex | 512 reell | 512 komplex |
| Bilder / sec | 3,5 | 2 | 2 | 0,9 |
Folgende Systemvoraussetzungen sollte der PC erfüllen:
Die Bedienungsanleitung für die Systemsoftware wurde nicht für den schriftlichen Gebrauch entworfen, sondern als Windows-Hilfe-Datei. Dies hat den Vorteil, daß jederzeit Hilfe verfügbar ist. Die Hilfedatei gliedert sich in folgende Abschnitte:
Das vorliegende System ermöglicht Stand-Alone-Betrieb, bietet flexible Erweiterbarkeit und universelle Anbindung an die Umgebung (AD-Port, Serielle Schnittstelle).
Der Programmierer muß sich nicht in das System einarbeiten, sondern nur in den DSP, er wird nicht mit systemspezifischen Details belastet. Der Programmierer benötigt kaum Systemkenntnisse, um die ersten Programme zu schreiben und zu testen, vor allem, da umfangreiche Makrobibliotheken zur Verfügung gestellt werden. Das Ziel "mit 10 Mausklicks zum ersten Programm" wurde verwirklicht.
Die integrierte Entwicklungsumgebung ist in sich abgeschlossen, d.h. ein Programm für alles, Entwurf, Implementation und Test sind innerhalb eines einzigen Programms durchführbar. Gerade der Test (Debugging) ist ohne aufwendige Einarbeitungszeit des Programmierers mögich, da alle Optionen übersichtlich visualisiert wurden.
Es handelt sich um ein sehr komplexes System, dennoch ist der Übergang von einem Singleprozessorsystem zu einem Doppelprozessorsystem fließend. Es sind keine Änderungen an Hard- und Software nötig, um Programme für die beiden Konfigurationen zu entwickeln. Ist nur ein Prozessor vorhanden, so sperrt die Oberfläche automatisch alle Befehle, die sich mit dem zweiten DSP befassen.
Dies hat auch den Vorteil, daß das System preislich flexibel ist, da man nach dem Prinzip "so schnell wie nötig, aber nicht teurer als möglich" vorgehen kann - gerade bei der heutigen finanziellen Situation ein wichtiges Argument.
Das beschriebene System wurde von den beiden Autoren an der Fachhochschule Darmstadt im Zeitraum Oktober 95 bis Februar 96 im Rahmen einer Diplomarbeit entworfen, entwickelt und in Betrieb genommen.
Alle Abbildungen Bäckmann, Börcsök, Februar 1996

Fragen, Fehlermeldungen, Tipps und Hinweise per Mail an Marcus Bäckmann, danke. Aktualisierung am 15.03.2009